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"Ich weiß, wie Du wohnst!"

Aktivitäten des Internetkonzerns Google auch in Nideggen

Sie wurden schon in verschiedensten Ecken in Deutschland gesichtet - die schwarzen Autos der Firma Google mit einer Kamera auf dem Dach. Sie fahren die Straßen deutscher Städte ab und fertigen dabei 360°-Aufnahmen von Häusern und Grundstücken an. Google will die Aufnahmen mit der Funktion Google Maps verknüpfen. Sucht jemand eine Adresse, soll künftig nicht nur die Lage des Hauses in einer Landkarte oder in einem Luftbild dargestellt werden, sondern zusätzlich soll ein Bild der Gebäudefassade frei im Internet verfügbar sein.

Die Datenschutzaufsichtsbehörden verfolgen die Aktivitäten von Google und die Bildaufnahmen für die Funktion "Street View" sehr aufmerksam. Problematisch ist zum einen, dass zufällig anwesende Personen mit fotografiert werden. Google hat jedoch angekündigt, Gesichter von Passanten und Autokennzeichen unkenntlich zu machen, bevor die Bilder veröffentlicht werden.

Ein weiteres Problem besteht darin, dass Bilder von Häuserfassaden unter Umständen einzelnen Personen zugeordnet werden können. Dies kann beispielsweise der Fall sein, wenn Hausnummern mit fotografiert werden oder wenn anhand von Geokoordinaten oder mit Hilfe anderer Quellen den Häuserfassaden Adressen zugeordnet werden können. Sind wiederum die Adressen von Bewohnerinnen und Bewohnern oder Hauseigentümerinnen und -eigentümern bekannt, können auch die Aufnahmen der Häuserfassaden personenbezogene Daten sein. Es ist daher verständlich, dass zahlreiche Bürgerinnen und Bürger Bedenken haben, wenn Google die Straßenaufnahmen anfertigt, da diese im Internet veröffentlicht werden sollen und somit weltweit einsehbar wären.

Da in den letzten Tagen auch in der Stadt Nideggen mit Kamerawagen Straßenzüge und Häuser fotografiert wurden, wurde die zuständige Datenschutzbehörde in Hamburg um Auskunft gebeten.

Diese teilte auf fernmündliche Nachfrage mit, dass das Datenschutzrecht bisher keine Handhabe bietet, gegen das Abfotografieren der Straßen vorzugehen. "Wir haben große Bedenken, aber wir sind noch dabei, die Vorbehalte mit Google zu klären."

Die Datenschutzbehörde rät dazu, bei Google Hamburg, Google Germany GmbH, ABC-Straße 19, 20354 Hamburg, schriftlich unter Angebe von Name und Anschrift zu widersprechen, dass das eigene Haus abgebildet wird. Inwieweit der Widerspruch Erfolg hat, muss zunächst abgewartet werden.





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