Rath
Die Geschichte
Seine erste Erwähnung findet der Ort anno 1307 als "in Royde iuxta Nideghen" (in Rath neben Nideggen) in einer Lehnsurkunde der Herren von Heinsberg und Blankenheim; 1467 heißt es dann "Roed vor Niedecken".
Rath ("Royde") ist eine charakteristische Rodebezeichnung. "Riuten" (althochdeutsch) und "roden" (neuhochdeutsch) sind die bezeichnenden Verben für die Landgewinnung durch Beseitigung von Wald.

Das Dorf liegt am Rand der Mausauel-Waldungen gelegen und war bis zur französischen Besetzung des linken Rheinufers als Folge der Französischen Revolution (1794-1814) ein selbstständiges Dorf, dessen Mittelpunkt drei Höfe bildeten. Verwaltungsrechtlich wurde Rath nach 1804 Nideggen zugeordnet.
Das Wahrzeichen ist die dem Heiligen Antonius von Padua geweihte Kapelle, die mit ihrem ansprechenden Rundbau ihrer Apsis das Gesicht der Hauptdurchgangsstraße mitbestimmt.
Über Jahrzehnte war Rath ein bei Touristen und vor allem Wanderern gleichsam äußerst beliebtes Ziel. Das aber nicht nur wegen der gigantischen Felsformationen und Ausblicke in seiner nahen Umgebung, sondern wegen des Hotel-Restaurants "Forsthaus Rath". Eingerichtet wurde es um 1880 von der Familie des Försters Küpper; Frau Küpper übernahm die Leitung. Er selber durfte als öffentlich Bediensteter kein Gewerbe betreiben.
Vom Hotel aus hatten die Besucher einen herrlichen Weitblick auf das Dürener Land und die Kölner Bucht.
Das weit über die Grenzen der Stadt Nideggen hinaus bekannte Haus wurde im Oktober 2000 abgebrochen; an seiner Stelle stehen heute einige schmucke Einfamilienhäuser. Erst Mitte der 1980er Jahre war es dem damaligen Standard angepasst worden.

In Rath gibt es heute nur noch einen Verein: den "Männer- und Jünglingsverein "Eintracht" Rath 1909 e.V." Er organisiert das gesellschaftliche Leben im Dorf. Seit ein paar Jahren gehört hierzu auch ein kleiner, aber feiner Weihnachtsmarkt an einem Adventswochenende. Seit 1993 sind auch Damen offiziell im Verein zugelassen.
Wichtigste Aufgabe des Vereins ist jedoch die Pflege und Erhaltung der St. Antoniuskapelle. Im Gründungsjahr des Vereins zählte die Kapellengemeinde kaum 20 Familien, was nach der Festschrift zum 90-jährigen Bestehen etwa 100 Einwohnern entsprach.

Am Ostersamstag 2009 eröffnete der Verein im alten "Spritzenhäuschen" an der Rather Straße in bescheidenem Rahmen ein dennoch sehenswertes "Museum". Zu sehen sind Zeugnisse aus der Dorfgeschichte: alte Fotos, Gratulationen, Gerätschaften, Werkzeuge u.v.a.m.

Zur Zeit des "Tausendjährigen Reiches" fanden auf der "Rather Heide" mehrere Jahre lang große Schulungs- und Erholungslager der HJ statt. Im August 1937 waren etwa 500 Balilla mit dabei, 5-12-jährige italienische Jungfaschisten. Später diente die Fläche als Sportplatz; heute ist sie ein beliebtes Wohngebiet.

