Buntsandsteinfelsen im Rurtal

 

Das Großschutzgebiet Buntsandsteinfelsen im Rurtal fasziniert durch seine imposanten, rötlichen Felsen mit landesweit einzigartigen Felsköpfen und Felsvorsprüngen.

Diese einmalige, am nördlichen Rand der Eifel gelegene Landschaft, mit den im Sonnenlicht rotglühenden Felsen ist mit den in ihr lebenden Arten regional als Naturschutzgebiet, sowie auch EU-weit als Natura 2000-Gebiet und Vogelschutzgebiet unter Schutz gestellt.

Hier in Nideggen tritt das rheinische Schiefergebirge zusammen mit den roten Felsformationen des Buntsandsteins auf. Buntsandstein, ein Gemisch aus rotschwarzem Kies und glänzendem Sand, entstand vor 220 Millionen Jahren. Erdgeschichtlich gestern, vor etwa 2 Millionen Jahren, grub sich dann die Rur als Urstrom in die Landschaft und modellierte das Relief der heutigen Felslandschaft mit hochaufragenden Felstürmen und schroff abfallenden Felswänden.

Uhu im Fels
Mauereidechse

Die rote Steinlandschaft stellt außergewöhnliche Ansprüche an ihre Bewohner. Über Jahrtausende entwickelte sich eine hochsensible, speziell angepasste Natur. Nur Spezialisten halten die extremen Gegensätze von glühender Hitze und klirrender Kälte mit geringer Wasserversorgung aus. Die Felsen sind so Lebensraum besonders spezialisierter Pflanzen- und Tierarten, natürlicher Wuchsort von Heiden und Pionierrasen und werden von krüppeligen Trauben-Eichen oder Gebüschen begleitet, die an diesen Extremstandort angepasst sind. Flechten und Moose klammern sich im Widerstreit mit Wind und Wetter an die Felsen und bilden in unglaublicher Formen- und Farbenvielfalt Gesellschaften aus seltenen Blatt-, Krusten- und Becherflechten. Sie sind Erstbesiedler und nur ihr fein abgestimmtes Zusammenspiel aus Alge und Pilz erlaubt diesen Zwittergeschöpfen das Anheften und Überleben auf dem kargen Fels. Der Preis dafür aber ist ein langsames Wachstum von nicht mehr als 1 – 2 mm pro Jahr! Die steilen Hänge sind z.T. von Block-, Hangschutt- und Schluchtwäldern bewachsen, die hier die natürlichen Waldgesellschaften bilden und landesweit äußerst selten sind.

Schlingnatter
In den Felsen leben zahlreiche europaweit seltene und gefährdete Tier- und Pflanzenarten. Zu ihnen zählt auch der Uhu. Die mit 2 m Spannweite größte Eule Europas, brütet dank seiner erfolgreichen Wiedereinbürgerung in den 1960iger Jahren wieder auf schmalen Felsbändern und -nischen im Schutzgebiet. Aber auch die stark gefährdete Mauereidechse, die seltene Schlingnatter und verschiedener Insektenarten wie z.B. der Steppengrashüpfer und der Ameisenlöwe sind charakteristische Bewohner der Buntsandsteinfelsen. Im Winter beherbergen die Felsen tausende Fledermäuse. Sie nutzen die Felsspalten und Höhlen in der kalten Jahreszeit als Winterquartier und im Sommer als Tagesschlafplatz und für die Aufzucht ihrer Jungen. All diese Tiere und Pflanzen sind zwingend auf diesen besonderen Lebensraum angewiesen. Zum Schutz der sensiblen Lebensräume der außergewöhnlichen Tiere und Pflanzen wird um Verständnis für die Einhaltung von einigen Spielregeln gebeten. Bleiben Sie auf den Wegen, Leinen Sie Ihren Hund an und lassen Sie keinen Müll im Gebiet. Freies Klettern ist im Naturschutzgebiet nicht gestattet, Ausnahmen hiervon regelt eine spezielle Kletterregelung für ausgewiesene Kletterareale.
 

Ansprechpartner

Biologische Station Düren

Biologische Station Düren

Telefon:02427/949870
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