Grußwort des Schirmherrn Wolfgang Niedecken

700 Jahre Stadt Nideggen

Tinny & Wolfgang auf Burg Nideggen
Ich kann mich noch gut daran erinnern, mit welchem Gefühl ich am Montag nach dem "Weißen Sonntag" 1962 zum ersten Mal die Burg Nideggen betrat. Ich hatte mir das schon lange gewünscht, und diesmal war die Gelegenheit günstig, denn einem Kommunionskind schlägt man keinen erfüllbaren Wunsch ab. Das einzig Störende waren diese dämlichen Kommunionsanzüge, die mein Freund Adi Bach und ich tragen mussten. Ordentlich Ritter zu spielen war in diesem Outfit unmöglich, dementsprechend musste sich das alles in unserer Phantasie abspielen. Eine Lehrstunde in Sachen Kopfkino. Schön, dass es von diesem Tag noch ein Foto gibt. Mein Vater hat es aufgenommen, es zeigt neben meiner Mutter zwei Ritter in blauen Anzügen, weißem Hemd und Fliege.
Von da an sind wir öfter an Wochenenden nach Nideggen gefahren, selbstverständlich dann immer so gekleidet, dass ich mich auch schmutzig machen durfte. Viel später, als ich mit meinen Söhnen diese Trips wiederholte, wusste ich natürlich, wie der Hase läuft, und habe mich schmunzelnd zeitversetzt selbst beobachtet und in angenehme Tagträume fallen lassen.
2006 habe ich dann bei Wind und Wetter meine einzige Open Air Bob Dylan-"Chronicles"-Lesung auf dem Burghof abgehalten und noch am selben Abend beschlossen wir, dass ich hier auch mal mit meiner Band spielen sollte, denn die Standfestigkeit des Nideggener Publikums hatte mich schon mächtig beeindruckt. 2009 war es auch mit BAP soweit, diesmal hatte sogar der Wettergott ein Einsehen, und im Sommer 2011 erfuhr ich dann bei Dreharbeiten vor Ort für die WDR-Sendereihe "Vorfahren gesucht", dass sich meine Ahnenreihe tatsächlich bis nach Nideggen zurückverfolgen lässt: Mitte des 17. Jahrhunderts war ein Kerl von Nideggen weggezogen, um sich in Unkel am Rhein niederzulassen. Das war der erste von vielen Winzern, die von da an in kirchlichen Melde-Urkunden als (die aus) Nideggen aufgeführt wurden. Durch die kommenden drei Jahrhunderte hindurch sollten ihnen noch etliche hart arbeitende Weinbauern folgen, und da es immer vom jeweiligen Stadtschreiber abhing, wie dieser den Namen phonetisch auffasste, wurde eben immer wieder anders buchstabiert.
Jedenfalls trieb es meinen Vater Josef Niedecken als ersten wieder aus Unkel hinaus - und zwar nach Köln. Daran war eine Reblausplage schuld, die Anfang des vorigen Jahrhunderts aus Übersee eingeschleppt wurde und den hiesigen Weinanbau vor massive Probleme stellte.
Was auch immer: Seit diesen Dreharbeiten weiß ich zwar, dass ich mir jeden erträumten Besitzanspruch auf die Burg abschminken muss, aber immerhin in Abwandlung des berühmten Kennedy-Spruchs behaupten darf: "Ich bin ein Nideggener!"

Also feiert schön, wir sehn uns.
Maat et joot, bess demnähx,
euer Schirmherr

Wolfgang Niedecken
 

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