Embken

Die Geschichte

 

Embeke wird 1208 zum ersten Mal in einer Urkunde erwähnt. Der heutige Ortsname findet sich dann in den Jahren 1806/07 in der so genannten „Tranchot-Karte“ aus der Zeit der französischen Besatzung des linken Rheinlandes.

 

Bezüglich der Deutung des Ortsnamens gibt es eine ganze Reihe von Versionen. Der durch den Ort fließende Neffelbach ist für das Dorf von großer Bedeutung, und so darf wohl angenommen werden, dass er dem Ort seinen Namen gab. Im deutschen Sprachraum findet sich für Wasser häufig der Begriff „Ambra“. Schließlich wurde aus „Ambe-aha“ über Embeke(n) dann Embken.

 

Ausgangs des Mittelalters war Embken mit seinen 25 Lehnshöfen der reichste Ort im gesamten damaligen Amt Nideggen. Embken und Wollersheim waren merowingische Königsgüter, kamen später an das Stift Maria im Kapitol zu Köln und gehörten beide zur Vogtei Hengebach (Heimbach) der Herrschaft Jülich. Beide Orte bildeten gemeinsam ein Gericht im Zuständigkeitsbereich der Nideggener Amtsleute.

 

Der Palander Hof mit seinem für unsere Gegend ungewöhnlichen Staffelgiebel (Repro: fjb)

Einer dieser Höfe war der „Muybacher Hof“, der später „Haus Palant“ genannt wurde. Das Haus in der Neffelbachstraße zeigt einen hohen Staffelgiebel (vom mittelhochdeutschen Wort „staffel“, „stapfel“ Stufe) und ein in Haustein ausgeführtes Rundbogentor.

 

Der Hof ist bereits 1335 erwähnt und wurde 2009 aufwendig renoviert.

 


Embken ist schon seit längerer Zeit einer der wichtigsten und ergiebigsten Fundorte der Archäologie aus der Römer- und Frankenzeit. Zahlreiche schriftliche Zeugnisse des uralten Weinbaus in und um Embken weisen auf dessen große Bedeutung hin. Als ältestes in die Vorgeschichte reichendes Dokument für den Weinbau gilt ein Matronenstein der keltoromanischen Kultur.

Die Dorfkirche stammt aus dem 16. Jahrhundert. Sie ist der Heiligen Agatha geweiht, und so zeigt denn auch das Wappen der ehemaligen Gemeinde Embken links unten ein Schild mit einer blauen, goldgestielten Rotweintraube, auf die die daneben stehende heilige Agatha mit ihrer linken Hand zeigt. In ihrer rechten Hand hält sie senkrecht eine Zange, die sowohl als Marterwerkzeug als auch als Werkzeug eines Küfers ausgelegt werden kann.

 


Der Weinbau in Embken

 

Der Weinbau, den unsere Vorfahren im Mittelalter betrieben, ist heute ganz verschwunden. Er nahm aber eine beachtliche Stellung ein und war mitbestimmend für die Entwicklung der Wirtschaft und des Volkstums. Seine Bedeutung war nicht gerade gering und spielte für den jeweiligen Gebietsherrn und die von ihm abhängigen Bauern eine einschneidende Rolle.

Die Weine ließen sich nicht lange lagern und die Witterung war der Reife auch nicht eben zuträglich, worin die Gründe für die Verringerung der Weinanbaufläche zu suchen sind. Wein war das bevorzugte agrarische Produkt. Weinbauern waren geachtete Leute und genossen besonderes Ansehen und besondere Vorrechte.

Ehemalige Weinkellerei in Embken (Aufnahme: fjb)
Ehemalige Weinkellerei in Embken (Aufnahme: fjb)

Gegenüber der Embkener Pfarrkirche liegt eine ehemalige Weinkellerei. Die vierzeilige Inschrift über dem Kellereingang beginnt mit den Worten: „Als man schrieb 1643“. Von dem übrigen Teil dieser Inschrift sind nur noch einige Buchstaben leserlich; der Rest ist verwittert und verwischt.

Die Embkenerin Katharina, genannt „die Wüste“, und ihre Söhne Johann und Tillmann verkauften dem Aachener Dechant Hermann Blankert am 7. Januar 1349 eine Erbrente von jährlich zwei Ohm Wein.

 


Embken das "Jüddedörp" (Judendorf)



Vor dem Zweiten Weltkrieg wurde Embken wegen seines hohen Anteils jüdischer Bevölkerung im heimischen Dialekt als „Jüddedörp“ (Judendorf) bezeichnet. In der 1939 erschienenen Dorfchronik heißt es: Der Ort hat 150 Häuser und 600 Einwohner. Unter den Katholiken leben auch einige israelitische Familien. Vor 1790 waren keine Juden am Ort!“ Für den 1. Dezember 1905 werden 45 Personen jüdischer Religionszugehörigkeit angegeben. Setzt man hierzu die Einwohnerzahl von 604 in Relation, so ergibt sich ein Prozentsatz von 7,5% jüdischer Einwohner. 1939 ist er auf 2,7% gesunken, liegt aber dennoch weit über dem Durchschnitt des Deutschen Reichs, der 1929 bei etwa einem Prozent lag. Embken hatte also eine ausgesprochen starke jüdische Gemeinde. In Berg lag der Prozentsatz bei 1,3%, in Wollersheim bei 0,8%.

 

Seit dem 8. Mai 1985 erinnert auf dem Dorfplatz ein Mahnmal an die deportierten und umgebrachten Mitglieder der Embkener Synagogengemeinde. Es ist ein Geschenk der Dorfgemeinschaft.

 

Auf dem Lieberg erinnert der Friedhof an die ehemalige israelitische Gemeinde.

Eingang Jüdischer Friedhof
Eingang Jüdischer Friedhof
 

Embken

Ortsvorsteher

Herr
Heinrich Esser
Kleine Königstraße 57
52385 Nideggen

Tel.: 02425/1707
 

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