Abenden

Die Geschichte

 

Der Sinn des Namens ist wohl: „bei den Benden“; „Benden“ sind im hiesigen Sprachgebrauch feuchte Wiesen im Tal.

 

Abenden hat eine lange Geschichte. Bereits vor dem Jahr 1000 gab es auf der „Hundsley“ einen „Abschnittswall“, d.h.: im Mittelalter befand sich hier eine kleine einfache Burganlage. Über ihren Erbauer gibt es keine Nachrichten. Heute noch ist die Wallburg deutlich zu erkennen.

 

Über die Ausgrabungen von 1967 heißt es in den „Bonner Jahrbüchern“: „An der Südwestecke des Burgplatzes war etwas unter dem Bergplateau in den anstehenden Felsen Bearbeitungsspuren zu erkennen. Bei der Untersuchung an einigen nebeneinander liegenden Stellen wurden hier eckig ausgehauene Nischen festgestellt, die 0,3-0,6 m breit und 1,5 m tief waren. Nach Lage und Ausführung darf angenommen werden, dass hier zur Verstärkung der Abwehr und zur Erschwerung des an und für sich schon schwierigen Aufstiegs hölzerne Palisaden befestigt waren.“

Sonnenuhr von 1734 im Garten Gilles (Aufnahme: fjb)
Sonnenuhr von 1734 im Garten Gilles (Aufnahme: fjb)

Nach Untersuchungen von Schriftproben fällt die Ersterwähnung von Abenden wohl in den Zeitraum von 1210-1230.

 

Heinrich Tichelbäcker: „Bei Abenden ist die erste Nennung etwas unüblich. Das Prämonstratenserinnenkloster Füssenich bei Zülpich wurde 1147 durch den Kölner Erzbischof Arnold I. gegründet; die Herren von Heimbach wurden zu Klostervögten (ursprünglich ein Rechtsbeistand; im Mittelalter der Inhaber einer Schutzherrschaft) bestellt. Im Hauptstaatsarchiv Düsseldorf befindet sich eine Schenkungsurkunde für das Kloster von 1198. ... Die Rückseite der Urkunde wurde zur Anlage eines Registers über jährlich wiederkehrende Einkünfte benutzt, die Schenkungen oder Zinsverpflichtungen betrafen. ... „Aus Abenden drei Schwestern: Ida, Hacheza und Mechtilde. Ihr Abgabetermin ist der 29. September. De Abende sorores tres. Idy, Hacheza, Mechtildis. Isti solvunt in festo Michaelis“.

 

1245 wird der Lehnshof Hollig erstmals als „Curte in Holineych“ erwähnt, und zwar erhebt Graf Wilhelm IV. von Jülich das Pfandrecht auf diesen Hof. Unter diesem Recht versteht man, dass der Gläubiger das ihm überantwortete Pfand zur Befriedigung seiner Forderungen verwerten darf.

 

Am 22. Februar 1347 tragen Johann, Herr zu Reifferscheid, und seine Frau Mechtilde Erzbischof Balduin von Trier für tausend Schildgulden („scutagium“, jede Steuerforderung auf der Basis des Lehensbesitzes, stellte die Ablösung für den persönlichen Kriegsdienst dar) ihre Herrlichkeit Thum als Mannlehen (der Besitzer muss mit Pferd und Harnisch (Schutzrüstung mit Helm) Ritterdienste leisten) auf. Dazu gehörten „der Hof Kuffheim und in dem Dorf Abenden eine Gasse, genannt Niederheim, der hoff van Kuffheim und eyn gasse in dem dorfe zu Abende, gnant Nyderkeim“. Der vorstehende Buchstabe „k“ dürfte nach der Quelle ein Schreib- oder Lesefehler sein, müsste richtig „h“ heißen.

 

1316 wird ein Maig von Obendin genannt.

 

Die erste Erwähnung des Weinbaus für Abenden erfolgt am 24. Februar 1359. Weismantel: „Vor den Schöffen von Nideggen verkaufen Johan Ysvogil und seine Frau Stina, von Abenden, mit gesamter Hand dem St.-Julians-Hospital vor der Dürener Pforte eine erbliche, ewige, jährliche Rente von 3 Mark in Nideggen gängigen Geldes. Die Eheleute geloben, die Rente jedes Jahr am 1. Oktober oder innerhalb der 14 darauf folgenden Nächte den jeweiligen Meistern des Hospitals zur Labung und Speisung der armen Siechen und Fremden - soweit es reicht - zu entrichten. Das Geld muss auf ihre Kosten in Nideggen ausgeliefert werden. Als Unterpfand setzen sie ½ Morgen Weingarten, die zu Abenden an der Buschoiffshelden („An der Afheld“) eingegrenzt liegen. Sie geloben auch, den Weingarten in gutem Zustand zu erhalten.“

 

Eine einfache Rurbrücke besteht wohl schon 1375. 1570 wird dann die Mühle oberhalb des Dorfs am Mühlbach erstmals erwähnt; ihr Besitzer ist der Bürvenicher Schultheiß. Am 15. August 1677 brennt Abenden ab. Aschenbroich: „In diesem Jahre kamen auch die Franzosen in unsere Gegend und steckte ein Trupp am Mariahimmelfahrtstag das Dörfchen Abenden in Brand.“

 

Abenden gehörte zu einer Hälfte den Jülicher Grafen, zur anderen den Herren von Palant. Und so war Abenden ein wichtiger Grenzort und die so genannte „Zülpicher Bannmeile“ verlief mitten durch den Ort. Der exakte Grenzpunkt war die Rurbrücke. Diese Trennung schlug sich auch im kirchlichen Bereich nieder: ein teil des Dorfes gehörte zur Pfarre Wollersheim, der andere zu St. Clemens in Berg.

Die wohl älteste Ansicht von Abenden durch Renier Roidkin 1726 (Repro: fjb
Die wohl älteste Ansicht von Abenden durch Renier Roidkin 1726 (Repro: fjb)

Die vermutlich älteste Ansicht Abendens entsteht 1726. Bei dem Maler handelt es sich um Renier Roidkin. Der 1741 im belgischen Spa verstorbene wallonische Vedutenmaler und -zeichner bereiste 1722-1741 u.a. das Gebiet zwischen Maas und Harz.

 

1734 wird die Sonnenuhr aus rotem Sandstein im Garten der Familie Hermann Gilles in der Mühlbachstraße gefertigt; es handelt sich um eine Kugeluhr mit beweglichem Zeiger.

Hier stand die erste Abendener Kapelle (Aufnahme: fjb, vor 2008)
Hier stand die erste Abendener Kapelle (Aufnahme: fjb, vor 2008)

Bereits 1550 findet eine Kapelle im Ort Erwähnung. Sie stand an der Ecke Im Hag/Mühlbachstraße und war 1863 so baufällig, dass das Abhalten von Gottesdiensten dort untersagt wurde. 1865 wurde daraufhin die heutige Kapelle nach den Plänen des Architekten Vincenz Statz erbaut; sie hatte einen Vikar. Derzeit gehört die Abendener Pfarre zur „Gemeinschaft der Gemeinden Nideggen“.

 

Das dort als Erinnerung stehende Kreuz ist in die Jahre gekommen und wird in naher Zukunft wohl durch ein neues ersetzt werden.

 

Zum 1. Januar 1972 erfolgte eine kommunale Neugliederung mit der Folge, dass die bislang selbständige Gemeinde Abenden nun einer der neun Nideggener Stadtteile ist und der bisherige Bürgermeister künftig Ortsvorsteher. Grundlage dieser Kommunalreform war das „Aachen-Gesetz“.

 

Abenden

Ortsvorsteherin

Frau
Walburga Graßmann
Mühlbachstr. 38
52385 Nideggen

Tel.: 02427/8829
 

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