Schmidt

Die Geschichte

 

Schmidt liegt auf einer Anhöhe nördlich der Rurtalsperre „Schwammenauel“. Zur eigentlichen Ortslage gehören außerdem die Wohnplätze Froitscheidt, Geisief, Harscheidt, Kommerscheidt, Mausbach und Scheidbaum. Die um Schmidt gelegenen Orte mit der Endung „-scheidt“ wie Harscheidt, Froitscheidt, Kommerscheidt wurden bereits 1447 geschichtlich erwähnt. Eine fränkische Hofanlage in Harscheidt ist bis heute noch erhalten. Gemäß dem Namensteil „Scheid“ hieß Schmidt ursprünglich Dier(e)scheid. Und so wird denn auch 1487 ein Peter Schmid als Erbpächter eines Hofes „auf dem Dierescheidt“ genannt. Ab der Mitte des 16. Jahrhunderts nimmt diese Bezeichnung ab. Man darf wohl davon ausgehen, dass der Name Schmidt von der dortigen Schmiede herrührt. 1806/07 heißt der Ort „Schmitten“; in der preußischen Kartenaufnahme von 1846 steht schon der heutige Ortsname.

 

Der ursprüngliche Name Schmidts stammt wohl von dem in der Nähe fließenden Dyrsbach, Thierbach oder Dierbach. Das mittelhochdeutsche Wort „dier“ kommt in Flur- und Gewässernamen häufig vor und bezieht sich auf die dort lebenden wilden Tiere.

 

Das erwähnte Grundwort „-scheid(t)“ hängt mit der Höhenlage zwischen zwei Flusstälern in Zusammenhang und stammt vom ahd. Wort „sceida“ Grenze.

Blick von der Heimbacher Straße in die Monschauer Straße (Sammlung: fjb)
Blick von der Heimbacher Straße in die Monschauer Straße (Sammlung: fjb)

Der Ursprung des Ortes Schmidt ist, wie Ausgrabungen gezeigt haben, auf eine römische Siedlung zurückzuführen. Sie wurde später von den Franken übernommen. Zahlreiche Funde im Ort und im Bereich des „Buhlert“ festigen diese Annahme. Dieses Waldgebiet gehört heute zur Gemeinde Simmerath. Zur Zeit des unseligen Nationalsozialismus befand sich hier ein großes Lager des Reichsarbeitsdienstes, der für den Bau des Westwalls tätig war. Die Arbeiten erfolgten zwischen Mai 1938 und September 1939 entlang der deutschen Westgrenze auf einer Länge von 630 km vom Oberrhein bis in den Aachener Raum.

 

Die Bezeichnung Schmidt taucht erstmals im 16. Jahrhundert auf und ist mit aller Wahrscheinlichkeit von dem Wort Schmiede abgeleitet. Zur damaligen Zeit war Schmidt reich an Erzlagern, wovon heute noch ein Hochofen aus der napoleonischen Zeit zeugt. Daher wurde in Schmidt bis vor dem Zweiten Weltkrieg eine intensive Holzköhlerei betrieben. Das Holz hierfür lieferten die Buchenwälder des im heutigen Nationalpark „Eifel“ liegenden „Kermeters“.

 

Aus der Dorfchronik:

 

„Etwa 1970: Beim Bau der so genannten „Panoramastraße“ zwischen Vossenack und Schmidt stoßen die Bauarbeiter beim Baggern der Trasse auf Eisenerz. Fünf Lastwagen voll werden abtransportiert. Es war sehr hochwertiges Erz.“

 

(Über dessen Alter konnten jedoch keine Angaben gemacht werden. Die Datierungen schwanken zwischen dem 3. und dem 1. Jahrhundert n. Chr. Die Fundstelle liegt schräg gegenüber dem Hof Zweifallshammer.)

St. Hubertus nach dem Zweiten Weltkrieg (Repro: fjb)
St. Hubertus nach dem Zweiten Weltkrieg (Repro: fjb)

Die erste geschichtlich erwähnte katholische Kirche stammt aus dem Jahre 1685; sie wurde im Zweiten Weltkrieg zu 90 Prozent zerstört und ist dem Heiligen Hubertus geweiht. Sie wurde in der so genannten „Allerseelenschlacht“ 1944 stark zerstört, ebenso wie das Dorf. Durch intensiven Einsatz der Bevölkerung konnte die Kirche nach dem Krieg wieder aufgebaut werden. Sie trägt heute noch scherzhaft die Bezeichnung „St. Mokka“, da sie u.a. aus Erlösen des Schmuggels dieser Kaffeesorte aus dem nahen Belgien aufgebaut wurde. Ursprünglich war das Schmidter Gotteshaus eine Filiale der Kirche in Simmerath. Bereits am 5. November 1950, dem Namenstag des Hl. Hubertus, konnte die Kirche durch den Aachener Weihbischof Dr. Wilhelm Hünermann eingesegnet. Bis dahin hatte eine Baracke als Notkirche gedient. Rechtzeitig zur Hubertuskirmes 1970 ist der Erweiterungsbau für die Einsegnung fertig gestellt.

Gasthaus „Zur Linde“ im Oktober 1945 (Repro: fjb)
Gasthaus „Zur Linde“ im Oktober 1945 (Repro: fjb)

Nicht zu vergessen ist eine „Eifeler Pieta“ von 1320 in der Krieger-Gedächtniskapelle. Sie wurde in 2009 aufwendig restauriert und trägt die Aufschrift: „Mutter der Schmerzen bitte für sie.“ Ferner gibt es in der früheren Taufkapelle einen Info-Punkt für den Nationalpark „Eifel“ mit Ausstellungsmodulen wie z.B. dem Nationalparkfilm (auf Wunsch auch mit Untertiteln und Gebärdensprache-Dolmetschung).

 

Seit Jahren bemüht sich die Pfarrgemeinde St. Hubertus Energie zu sparen. Die jährlich rd. 17.000 kWh erzeugende Fotovoltaikanlage auf dem Kirchendach versorgt den Großteil der kirchlichen Gebäude mit Strom und kann außerdem noch eine größere Menge umweltfreundlichen Stroms ins öffentliche Netz einspeisen. Beheizt wird das Gotteshaus seit 2005 mit Holzpellets.

Lithograpie aus dem Jahre 1899 (Repro: fjb)
Lithograpie aus dem Jahre 1899 (Repro: fjb)

Unterhalb von Schmidt liegt im Tal die „Rurtalsperre Schwammenauel“, die zweitgrößte in der Bundesrepublik Deutschland. Hier befinden sich auch die Haltestelle „Eschauel“ der Rursee-Schifffahrt sowie der Badestrand mit Gastronomie.

Eschauel vor der Aufstockung des Rurtalsperre (Repro: fjb)
Eschauel vor der Aufstockung des Rurtalsperre (Repro: fjb)

Der wohl bekannteste Sohn Schmidts war Dr. Joseph Heinrich Peter Vogt (8.9.1865 – 5.10.1937 in Monschau), der erste Bischof des 1930 neu errichteten Bistums Aachen. Nach ihm ist eine der Straßen benannt. Sein Vater war eine Zeit lang Bürgermeister des Ortes, verzog dann nach Monschau.

 

 

Auf Bischof Vogt geht die Einrichtung des Aachener Diözesanarchivs zurück.

 

Von 1922 bis 1926 führten - ehe der „Nürburgring“ gebaut wurde - die so genannten „Eifelrennen“ durch den Ort. Bekannteste Fahrer: die Brüder Fritz und Hans von Opel sowie Rudolf Caracciola.

Die Schmidter Ortsgruppe des Eifelvereins präsentierte „St. Mokka“ und den
Die Schmidter Ortsgruppe des Eifelvereins präsentierte „St. Mokka“ und den Kaffeeschmuggel im Erntedankzug 2004 (Aufnahme: fjb)
Wanderer sind in Schmidt stets herzlichst willkommen!(Aufnahme: fjb, 11.3.2010)
 

Schmidt

Ortsvorsteher

Herr
Adalbert van Londen
Froitscheidter Str. 94
52385 Nideggen

Tel. 02474/ 998665
 

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